Willkommen bei gefma

Wir

#FMAnwender#News

FM mittendrin – hinter den Kulissen außergewöhnlicher Immobilien.

Teil 2: "Bahnhöfe sind unsere Visitenkarte“

Erstellt am

In unserer Serie „FM mittendrin“ zeigen wir Facility Management unter anderem dort, wo es Wirtschaft und Gesellschaft in Bewegung hält. Die Reihe macht sichtbar, was im Hintergrund täglich geleistet wird. Wir zeigen verzahnte Prozesse, oft unsichtbar, aber mit spürbarer Wirkung. Diesmal sind wir am Hauptbahnhof: einem 24/7-Knotenpunkt, an dem das Facility Management steuert, vernetzt und Verlässlichkeit schafft. Wie das konkret funktioniert und welche Strukturen dahinterstehen, erläutert David Draxler, Fachkoordinator Facility Management bei der DB InfraGO AG.

 

FM mittendrin – Teil 2: „Bahnhöfe sind unsere Visitenkarte“

 

Herr Draxler, was ist die größte Herausforderung beim Betrieb eines Hauptbahnhofs zwischen 24/7-Betrieb, Sicherheit und Infrastruktur?

Ein Hauptbahnhof steht nie still, die einzelne größte Herausforderung gibt es deshalb nicht, es sind viele gleichzeitig. An erster Stelle steht die Sicherheit von Reisenden und Mitarbeitenden und das rund um die Uhr, auch nachts. Genauso essenziell ist Sauberkeit, und das bei täglich bis zu mehreren Hunderttausend Reisenden, damit der Aufenthalt als angenehm empfunden wird. Priorität hat zudem die Verfügbarkeit von Aufzügen und Fahrtreppen, unverzichtbar insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen. Hinzu kommt die Verkehrssicherheit bei jeder Wetterlage, besonders im Winter, sowie Wegeleitung und Information auch bei kurzfristigen Gleisänderungen. Unterm Strich heißt das für uns: ständige Reaktionsfähigkeit, um Unvorhersehbares abzufangen und einen reibungslosen Betrieb zu sichern.
 

Welche Rolle spielt Facility Management dafür, dass Millionen Menschen täglich reibungslos unterwegs sein können?
Eine sehr große. Unser Anspruch bei DB InfraGO AG ist es, Deutschlands größter Gastgeber zu sein. Daran arbeiten viele Teams, vernetzt und Hand in Hand: die Kolleg*innen an der DB Information und im Mobilen Service, die Mitarbeitenden in den 3S-Zentralen (Service, Sicherheit, Sauberkeit) und bei DB Sicherheit sowie die Stationsinspektoren vor Ort. Und nicht zuletzt die FM-Dienstleister, die technische Anlagen instandhalten und so die 24/7-Verfügbarkeit der Infrastruktur entscheidend sichern.
 

Gibt es Prozesse im Hintergrund, die Reisenden kaum auffallen, aber täglich Großes leisten?
Sehr viele. In unseren 3S-Zentralen gehen unter anderem Störmeldungen aus sicherheitstechnischen Anlagen wie Brandmeldeanlagen oder Sicherheitsbeleuchtungen ein und dort werden dann entsprechende Sofortmaßnahmen eingeleitet. Gleichzeitig überwacht die Zentrale rund um die Uhr zahlreiche Kameras, reagiert bei Auffälligkeiten, leistet Hilfe und koordiniert im Ernstfall Einsatzkräfte (DB Sicherheit, Polizei, Rettungsdienste). 

Bei Verschmutzungen, etwa verunreinigten Wartebereichen oder vollen Mülleimern, sorgen digitale Meldesysteme, Hinweise Dritter oder Kontrollgänge dafür, dass Reinigungsteams umgehend eingesetzt werden. Gleiches gilt bei Beschwerden wie vereisten Bahnsteigen im Winter. Die Zentralen koordinieren außerdem Kundenanliegen wie Fundsachen, Unterstützung mobilitätseingeschränkter Reisender oder Informationsservices. 

Grund- und Nassreinigungen finden überwiegend nachts statt, damit morgens wieder ein sauberer Hauptbahnhof bereitsteht. Einen großen Beitrag leisten auch unsere Stationsinspektoren: Sie begehen die Bahnhöfe, prüfen die Verkehrssicherheit, erledigen Kleininstandsetzungen und melden Mängel digital, damit Maßnahmen priorisiert werden können. Das ist nur ein Auszug, es gibt viele weitere Hintergrundprozesse, die den Infrastrukturbetrieb tragen. 


Wie verändert sich das Facility Management durch Digitalisierung?
Die fortschreitende Digitalisierung erhöht die Datentransparenz in allen Bereichen und Gewerken. Auf einer zentralen Datenanalyse-Plattform werten wir beispielsweise Winterdienst-Einsätze aus, überwachen die Kundenzufriedenheit und tracken die Verfügbarkeit von Aufzügen und Fahrtreppen. Kontinuierlich weiterentwickelt werden auch unsere Zugzielinformationen am Bahnsteig. Mit der neuen DB-Lightgate-Technologie erfassen Sensoren am Gleis in Echtzeit die Auslastung, etwa von S-Bahn-Wagen. Diese Information wird direkt auf den Anzeigen am Bahnsteig dargestellt. Reisende sehen so bereits vor dem Einsteigen, wie stark ihr Zug ausgelastet ist.
 

Was fasziniert Sie persönlich am Betrieb dieses besonderen Ortes?
Zum Beispiel die Mittelhalle des Nürnberger Hauptbahnhofs oder der Querbahnsteig in München. Dort begegnen sich täglich Tausende Menschen. Das führt mir vor Augen, für wen ich arbeite und wie viele Menschen mein Handeln erreicht. Ein Hauptbahnhof ist oft Teil des Herzens der Stadt. Mit dem Wissen, dass wir täglich über 20 Millionen Menschen an rund 5.400 Bahnhöfen begrüßen, wird die Relevanz des Facility Managements greifbar. Bahnhöfe sind unsere Visitenkarte, hier steigen Kund*innen ein, aus, um und verweilen.
 

Warum ist eine gefma Mitgliedschaft für Sie unverzichtbar?
Die gefma Mitgliedschaft hilft uns einerseits, mithilfe der gefma Richtlinien und Standards unsere FM-Prozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln. Sie sind eine wesentliche Grundlage, um Betreiberverantwortung wahrzunehmen und unserer gesellschaftlichen Aufgabe, Infrastruktur bereitzustellen, gerecht zu werden. Zusätzlich profitieren wir vom Austausch in der Community. Im Rahmen meines ehrenamtliches Engagement im Arbeitskreis „Nutzer“ stimmen wir uns unter Corporates regelmäßig zu aktuellen FM-Themen ab, ein Mehrwert für alle Beteiligten.

 

Bilder: Deutsche Bahn AG, Dominic Dupont, Max Lautenschläger

 

#FMAnwender

Anwender von Facility-Management-Lösungen aus unterschiedlichen Branchen gründeten vor über 20 Jahren unter dem Namen gefma-Arbeitskreis Nutzer eine Plattform für den Austausch von Fachinformationen, Erfahrungen und Lösungen. Die Mitglieder sind Anwender und Vertreter eigener FM- bzw. CREM-Organisationen innerhalb von Unternehmen, etwa aus dem Mittelstand, der öffentlichen Hand aber auch global agierender Konzerne. Der Mehrwert entsteht durch die konstruktive Mitarbeit im Arbeitskreis, dem persönlichen Kontakt und den bereichernden Dialogen. Die Anwender-Community ist Ideengeber und Mitorganisator zahlreicher gefma-Anwendertagungen.

Leitung Arbeitskreis Nutzer: Susanne Lill