Hochschul-Abschlussarbeiten

GEFMA-Förderpreisträger 2018 mit den Sponsoren (© Uta Mosler)

Ausgezeichnete Arbeit Interview mit Tim Bosch, Hauptgewinner des GEFMA-Förderpreises 2018

Tim Bosch (© Uta Mosler)

Herr Bosch, Ihre ausgezeichnete Arbeit beschäftigt sich mit den Verbesserungsmöglichkeiten von FM-Ausschreibungen auf internationaler Ebene. Warum haben Sie sich für dieses Thema entschieden? Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Da das Facility Management nur ein kleines Teilgebiet meines Studiengangs „Baumanagement“ ist, war es ursprünglich nicht mein Plan, meine Abschlussarbeit im FM-Bereich zu schreiben. Umso glücklicher bin ich, dass meine Betreuerin Beatriz Soria Leon mich überzeugen konnte, in diesem Sektor die Masterthesis zu schreiben. Internationale Ausschreibungen nehmen aufgrund der Globalisierung an Relevanz zu, die Thematik ist am Markt mehr denn je aktuell. In dem Unternehmen, in dem ich meine Abschlussarbeit geschrieben habe, stand im vergangenen Jahr eine solche Großausschreibung für FM-Dienstleistungen an. Da mir Ausschreibungen, primär aus dem Baugewerbe, bereits bekannt waren, sah ich es als sehr interessante Herausforderung an, eine solche in Bezug auf FM-Dienstleistungen zu analysieren. Interessant waren auch die bipolare Betrachtung des Themas aus Ausschreiber- und Bietersicht sowie die internationalen Kontakte zu verschiedenen Experten. Die Arbeit in diesem Bereich des Facility Managements war für mich im Nachhinein, auch wenn es nicht geplant war, ein absoluter Glücksgriff.

Welche drei wichtigsten Erkenntnisse haben Sie bei dieser wissenschaftlichen Arbeit gewonnen?

Vor allem, dass das FM weiterhin eine nicht einfache Stellung als nicht Kerngeschäft in Großunternehmen hat, um Ressourcen muss gekämpft werden. In Bezug auf die wissenschaftliche Arbeit war es wichtig, auch wenn ich auf Ausschreiberseite angestellt war, sich die Bieterprobleme anzuhören und diese zu berücksichtigen. Nur wenn alle Beteiligten zufrieden sind, kann eine Ausschreibung reibungslos ablaufen. Als dritte Erkenntnis bleibt für mich festzuhalten, dass die Ergebnisse nur in die Praxis umgesetzt werden können, wenn sie auch mit einem direkten Praxisbezug erstellt werden. Durch die praktischen Erfahrungen im Unternehmen selbst, aber auch durch den Kontakt zu Experten in Dienstleistungsunternehmen fiel es wesentlich leichter eine strukturierte und zielführende Arbeit zu erstellen.

Wie stellen Sie sich Ihren optimalen Karriereweg im Facility Management vor?

Ich halte meinen Karriereweg im FM für eher ungewöhnlich, da ich bis zu meiner Masterarbeit fast ausschließlich im Bauwesen unterwegs war. Dies sehe ich aber eher als Vorteil, da ich so auch andere Sichtweisen einbringen konnte. Grundsätzlich glaube ich aber, dass es den „optimalen Weg“ nicht gibt. Wichtig ist meiner Meinung nach, wenn man sich als Quereinsteiger mit dem Themengebiet beschäftigt, ein starker  Praxisbezug. So lernt man am schnellsten und am einfachsten. Dieses Gefühl bekam ich auch im Unternehmen, in dem ich meine Arbeit geschrieben habe. Inwiefern ich zukünftig dem FM verbunden bleiben werde, kann ich noch nicht sagen. In jedem Fall werden mich meine Erfahrungen, die ich gemacht habe, aber weiterbringen, da ich nun einen zusätzlichen Blickwinkel habe.


21. GEFMA-Förderpreise für akademische Arbeiten im Facility Management

Die Gewinner 2018:

Tim Bosch (© Uta Mosler)

Hauptpreis

  • Tim Bosch
    (Hochschule Karlsruhe)
    Masterarbeit: 
    „Herausforderungen und Verbesserungsmöglichkeiten bei der Ausschreibung von Facility-Management-Dienstleistungen auf internationaler Ebene in einem Großunternehmen der Chemiebranche“.

Sonderpreise in fünf Fachkategorien

  • Fachkategorie „Nachtragsmanagement“
    Alexandra Köther,
    Fachhochschule Aachen
    „Nachtrags- (und Risiko-) Management für Bauherren und Betreiber von Wohnimmobilien“

  • Fachkategorie „Ökonomie und Ökologie“
    Jonas Rau,
    Technische Universität Darmstadt
    „Ökonomische Möglichkeiten und Grenzen der Treibhausgasreduktion durch verbesserte Dämmung und gebäudeintegrierte Photovoltaik in koreanischen Wohnhochhäusern“

  • Fachkategorie „Controlling"
    Daniel  Hartung,
    Technische Universität Braunschweig
    „Entwicklung eines Controlling-Tools für Facility Management Leistungen“

  • Fachkategorie „Workspace Management“
    Jana Kolpakova,
    Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
    „Workspace Management – An FM Discipline?“

  • Fachkategorie „Nachhaltigkeitsbewertung“
    Rainer Fauth,
    Universität der Bundeswehr München
    „Entwicklung eines Modells zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Bestandsgebäuden“

 

Förderpreis Gewinner seit 2003

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