Trends im Facility Management

Obwohl sich an der Spitze des Facility Management (FM)-Marktes durch Übernahmen und Verschmelzungen große Dienstleistungsanbieter gebildet haben, bleibt der FM-Markt auch weiterhin stark differenziert. Die zehn umsatzstärksten Unternehmen decken nicht einmal 10 Prozent des gesamten deutschen Marktes ab. Eine weitergehende Konsolidierung des FM-Marktes wird erwartet, zumal aus dem operativen Geschäft heraus nur schwer Größenwachstum zu schaffen ist. Bei Konzernen, die FM als strategisches Geschäftsfeld definiert haben, ist die Bereitschaft zu Akquisitionen durchgehend vorhanden - es bleibt nur die Frage der attraktiven Möglichkeiten.
Neben der einhergehenden Marktkonzentration bieten sich zunehmend Nischenmärkte für kleinere, hoch spezialisierte Unternehmen, die mit großem Innovationspotenzial und weit reichenden Kenntnissen aus anderen Branchen ausgestattet, die sukzessive Professionalisierung der gesamten Branche mit antreiben.

Professionalisierung

Wachstum allein wird keinen der Marktteilnehmer zum Erfolg führen - es muss gestaltet werden! Hierzu müssen von den Unternehmen die geeigneten Strukturen geschaffen werden. In der 2003 von Roland Berger Strategy Consultants und GEFMA aufgelegten Trend-Studie für FM wurden fünf Thesen für den FM-Markt herausgearbeitet:

  1. Die konzerninternen FM-Abteilungen sind die größten Wettbewerber der externen FM-Dienstleister im harten Kampf um Marktanteile
  2. FM-Dienstleister sind noch nicht in der Lage, einen wesentlichen Mehrwert gegenüber den internen Dienstleistern zu schaffen
  3. Der FM-Vertrieb ist ineffizient - Gründe sind ineffizientes Vertriebsmanagement und ungenutzte Hebel zur Effizienzsteigerung
  4. Vertragliche Verankerung partnerschaftlicher Zusammenarbeit ist Voraussetzung für erfolgreiche Etablierung innovativer FM-Produkte
  5. Leistungssteigerung im personalintensiven FM-Geschäft ist nur über verbesserte Mitarbeitermotivation möglich

Aus diesen Thesen heraus generiert sich ein Handlungsbedarf, den GEFMA durch flankierende Aktivitäten unterstützt. Dabei ist die inhaltliche Arbeit im GEFMA auf eine Integration von Anbieter- und Nutzerinteressen ausgerichtet.

Partnerschaften

Für die oftmals vorhandenen gegenläufigen Interessen von Vertragsparteien im  FM gilt es einen Konsens zu finden. Nur so kann ein für alle Beteiligten optimales FM gewährleistet werden. Der Wandel von unterschiedlicher Anbieter-/ Nutzer-Fokussierung zur Partnerschaft durch innovative Vertragsformen und ergebnisorientierte Vertragsgestaltung wird unterstützt. In jedem Fall ist eine Verantwortungsübertragung von Auftraggeber (Nutzer) zu Auftragnehmer (Anbieter) notwendig. Als Grundlage einer Zusammenarbeit kann der „Mustervertrag Gebäudemanagement“ (GEFMA Richtlinie 510) dienen. Noch weit reichender geht die von GEFMA begleitete Qualitätsmarke ipv® Integrale Prozess Verantwortung. GEFMA definiert damit Standards in der Ausschreibung integrierter FM-Dienstleistungen (sog. Komplettvergaben). Partnerschaften auf Basis von ipv® erreichen eine Erhöhung der Transparenz bei der Vergabe und im Ergebnis ein höheres Qualitätsniveau im FM.

Qualitätssteigerung

Neben innovativen Vertragsformen ist vor allem die zunehmende Nähe des FM zu den jeweiligen Kernprozessen treibende Kraft zur weiteren Professionalisierung des gesamten Marktes. Zur Unterstützung hat GEFMA eine Qualitätsoffensive gestartet, die sich in der Richtlinienarbeit (GEFMA Richtlinien 700 ff.), in der beruflichen Qualifizierung
(zertifizierte Aus- und Weiterbildung) und in seiner Initiative FM-Excellence mit  ipv® wieder findet.

Internationalisierung

Durch die fortschreitende Globalisierung und einhergehender Prozessangleichung (Standardisierung) benötigen immer mehr Unternehmen gleiche Bedingungen an unterschiedlichen Standorten. Hier ist das FM gefordert, Rahmenbedingungen bei unterschiedlichen Voraussetzungen zu schaffen. Dabei erfolgt der Eintritt deutscher FM-Anbieter in Auslandsmärkte entweder operativ, durch Begleitung des Kunden bei dessen internationalen Aktivitäten, oder strategisch durch Zukäufe ausländischer im Markt agierender Partner. Für deutsche Unternehmen ist besonders der osteuropäische FM-Markt wegen der geografischen Nähe und dessen prognostizierten Wachstumspotenzialen attraktiv.

Umgekehrt gibt es vereinzelte Aktivitäten ausländischer Unternehmen, am deutschen Markt Fuß zu fassen. Die Marktdurchdringung ist noch vernachlässigbar gering aufgrund von kulturellen Hürden und der im deutschsprachigen Raum traditionellen Segmentierung nach Gewerken. Tendenziell werden die typisch deutschen Markt-Spezifika durch die zunehmende Prozessannäherung an (internationale) Kernprozesse in den Hintergrund gedrängt.

Fazit

Das FM verändert sich durch die unterschiedlichen Triebkräfte rasant. Diese wünschenswerte Entwicklung zu gestalten hat sich GEFMA zur Aufgabe gemacht. Das GEFMA Netzwerk schafft dabei den Zugang zu aktuellen Trends und lässt Interessierte an dieser spannenden Entwicklung teilhaben. Wertekultur schaffen hat für alle Beteiligten Priorität.

Weitere Informationen exklusiv für GEFMA-Mitglieder.